Tipps / Gehalt & Recruiting Trends / Branchen-Trends / HR: Saläre steigen wieder

HR: Saläre steigen wieder

HR: Saläre steigen wieder

Viele Firmen zieht es nach wie vor in die Schweiz, und das befördert die Saläre im HR-Bereich. Von Einkommen über 100.000 Franken berichten jedoch vor allem internationale Beratungsfirmen. In anderen Erhebungen sind geringere Vergütungen die Regel.

Erste Zahlen liefert die auf HR-Consulting und -Outsourcing spezialisierte international aktive Beratungsfirma Hewitt Associates. Laut Nicole Brunschweiler, Senior Rewards Consultant, können Junior-HR-Assistants oder Berufseinsteiger typischerweise mit einem Einkommen von 75.000 bis 90.000 Franken jährlich rechnen.

Gehalt variiert nach Branche und Unternehmensgröße

Dazu sind Boni von maximal fünf Prozent möglich. Auf dem Intermediate Level nennt Brunschweiler Saläre von 100.000 bis 120.000 Franken. Für Senior-Fachkräfte wie einen Compensations and Benefits-Manager sind schliesslich 125.000 bis 150.000 Franken als Basissalär möglich. Auf diesen höheren Funktionsstufen steigen die Boni dann an und erreichen zwischen 15 bis 25 Prozent des Basissalärs.

Brunschweiler betont, dass die genannten Zahlen lediglich eine erste Orientierung über Grössenordnungen bieten sollen. Sie würden nach Branche und Unternehmensgrösse variieren und es gebe, zwar nur ausnahmsweise, aber immerhin, auch Saläre ausserhalb der Bandbreiten. Aktuell beobachtet sie am Markt eine wieder anziehende Nachfrage nach Kandidaten. "Sicher gesucht sind Fachkräfte im Bereich Compensation and Benefits", stellt sie fest.

Saläre steigen

Die gleichfalls in der internationalen HR-Managementberatung tätige Hay Group  stützt dieses Szenario. Quelle der gelieferten Zahlen ist eine Datenbank mit rund 35.000 Salärdaten aus 160 Schweizer Firmen zu Tätigkeiten im HR und Vertrieb. Bei Hay Group erfolgen Einstufungen aber nicht auf Basis von Jobtiteln, sondern nach einem internen Profiling der Stelle, bei dem tatsächliche Aufgaben, organisatorischen Einordnung und Verantwortungsbereich erfasst werden.

Ein Compensation and Benefit-Analyst würde beispielsweise dem Hay Grade 14 entsprechen. Das Grundgehalt liegt hier bei 91.000 Franken, der Bonus könnte 5.000 Franken betragen. Für einen auf Hay Grade 18 residierenden Human Resources Manager gibt es dann ein Grundgehalt von 147.000 Franken, der Bonus kann hier bis zu 14 Prozent oder 18.000 Franken erreichen.

Hohe Nachfrage nach zentralen Funktionen

Patrick Gutmann, Manager Reward Information Services Schweiz, erwartet im laufenden Jahr tendenziell steigende Saläre. Nach wie vor verlegen sehr viele Firmen ihre Zentralen und Holdinggesellschaften aufgrund der steuerlichen Situation und anderer Anreize in die Schweiz, hat er beobachtet.

Das führe zu eine hohen Nachfrage nach Zentralfunktionen wie Finanzen und HR, auch wenn oft eigene Mitarbeiter den Umzug mitmachten. Daraus resultiert laut Gutmann anhaltender Aufwärtsdruck auf die Saläre gut ausgebildeter Mitarbeiter. 2009 konnte man mit ein bis zwei Prozent eine moderate Steigerung beobachten. "Im laufenden Jahr dürfte es tendenziell mehr sein", glaubt Gutmann.

Salärhöhe je nach Quelle recht unterschiedlich

Von den bisher genannten Summen ist in anderen Erhebungen kaum die Rede. So legte die Unternehmensdatenbank Moneyhouse jüngst einen Lohnvergleich auf Basis eigener Erhebungen vor.

Gemäss diesem kann ein Personalfachmann mit 6.500 bis 7.000 Franken Monatslohn rechnen, wobei Frauen hier 7,7 Prozent weniger als Männer erhalten. Als Personalleiter sind 7.100 bis 10.400 Franken Monatslohn erzielbar, für Frauen jedoch 17,5 Prozent weniger.

Was sagt das Bundesamt für Statistik?

Von allen Untersuchungen die breiteste Datenbasis hat indessen die "Schweizerische Lohnstrukturerhebung 2008", die das Bundesamt für Statistik (BfS) im November 2009 vorstellte.

Hier werden 1,7 Millionen Lohndaten von 44.600 privaten und öffentlichen Unternehmen ausgewertet. Ausgewiesen wird jeweils ein standardisierter Monatslohn. In diesen fliessen alle Lohnkomponenten wie Boni etc. mit ein, er wird für eine Arbeitszeit 40 Wochenstunden und 4 1/3 Wochen pro Monat errechnet.

Leistung zahlt sich aus

Für den Jahreslohn muss die Zahl mit zwölf multipliziert werden. Allerdings wird der Lohn für das Rechnungs- und Personalwesen bei den Unternehmen nicht getrennt erfasst. Nur auf das Personalwesen zutreffende Lohndaten führt das BfS nicht, weshalb die folgenden Angaben mit Abstand zu lesen sind.

Der schweizerische Medianlohn im Personal- und Rechnungswesen liegt demnach bei 7.308 Franken. (Beim Medianlohn verdienen jeweils 50 Prozent der Befragten mehr und 50 Prozent der Befragten weniger als die angegebene Summe). Innerhalb der Gruppe finden sich je nach Anspruchsgrad der Tätigkeit  Löhne, die von 5.319 Franken für "Frauen, einfache und repetitive Tätigkeiten" bis zu 9.921 Franken für "Männer, höchst anspruchsvolle und schwierigste Arbeiten" reichen. Für das dritte von vier Anforderungsniveaus bei dem Berufs- und Fachkenntnissen erwartet werden, beträgt der Medianlohn insgesamt 6.248 Franken.

(Alexander Saheb, 2010 / Bild: Frank Pflügl, Fotolia.com)