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Marketing: Hohe Gehälter

Marketing: Hohe Gehälter

Erfolgreiches Marketing zahlt sich aus – auch für die Fachleute. Die Gehälter liegen weit über dem Schweizer Durchschnittslohn. Ausserdem winken zahlreiche flexible Lohnbestandteile.


Das Topniveau der Branche beschreibt eine Studie der Marktforscher von IHA-GfK des Jahres 2006 für den Swiss Marketing Club SMC. Die Daten von 516 befragten Mitgliedern belegen ein durchschnittliches Jahresgehalt von total:

  • 242.000 Franken für den Geschäftsführer eines Unternehmens,
  • 226’000 für den Verkaufsleiter,
  •  216.000 Franken für den Marketingleiter und
  • rund 147.000 Franken für einen Mitarbeiter im Marketing in anderer Funktion.

Im Mittel ergab die Gehaltserhebung ein durchschnittliches Brutto-Jahressalär in Höhe von 119.500 Franken. Verglichen mit einer Verbandsumfrage aus dem Jahr 1999 zeigt sich, dass hier eine Steigerung um 8,8 Prozent in sieben Jahren eintrat. Bei der letzten Umfrage hatte das Basisgehalt noch bei 109.800 Franken gelegen. In diesem illustren Kreis liegt der Ausländeranteil bei acht Prozent, berichtet Roland Rosset von IHA-GfK. Weitere sieben Prozent sind Doppelstaater.

Gestiegene erfolgsabhängige Gehaltsanteile

Stärker als die Löhne selbst sind die erfolgsabhängigen Gehaltsbestandteile (Fringe Benefits) geklettert, nämlich um 23,7 Prozent. Laut der 2006er Studie geben 53 Prozent der Befragten an, dass sie eine Erfolgsvergütung oder Provision erhalten. Im Schnitt liegt diese bei 27.000 Franken, stellt Rosset fest. Weitere Fringe Benefits im Wert von gegen 14.000 Franken bekommen mehr als ein Fünftel der Marketingfachkräfte.

Darüber hinaus gibt es für 41 Prozent der Befragten Spesenpauschalen von im Mittel 28.500 Franken. Andere erhalten Sonderbeiträge an die zweite Säule der Sozialversicherungen. Aber auch Aktienvergütungen oder Gewinnbeteiligungen am Firmengewinn sind, wenngleich eher selten, möglich.

Lohnunterschiede nach Alter und Position

Massgeblich für Lohnunterschiede sind der Studie zufolge vor allem das Alter und die Position – sowie der Röstigraben entlang der deutsch-französischen Sprachgrenze. Die jüngste Altersgruppe (bis 34-Jährige) kommt demnach auf 149.300 Franken jährlich, das sind 40 Prozent weniger als die über 54-jährigen Kollegen, die mehr als 200.000 Franken einstreichen.

Auch eine Führungsfunktion schlägt sich in einem um über 50 Prozent höheren Lohn nieder; das Gehalt eines Mitarbeiters mit Führungsfunktion beläuft sich auf 224.700 Franken, dasjenige seines Kollegen ohne Führungsfunktion auf 144.700 Franken. Und während der Durchschnittslohn in der Deutschschweiz 214.200 Franken beträgt, erhalten die Angehörigen der Romandie und des Tessins lediglich 170.000 Franken, also 21 Prozent weniger.

Lohnunterschiede nach Branchen

Keine derart eklatante Rolle spielt die Firmengrösse. Dagegen gibt es wieder deutliche Branchenunterschiede. Leicht überdurchschnittlich verdienen die Befragten aus dem Bereich Handel, der den Gross- und Detailhandel umfasst sowie die Dienstleistungsbranche. In der Branche EDV/Informatik werden im Vergleich zum Branchenschnitt 20 Prozent tiefere Löhne ausbezahlt.

Gute Qualifikation – hoher Lohn

Die hohen Löhne in der Runde der SMC-Mitglieder werden vor allem auf eine gute Qualifikation zurückgeführt. Demnach hätten rund zwei Drittel der Befragten eine höhere Berufsausbildung mit Meisterdiplom oder Fachausweis. Ein Fünftel besitzt einen Hochschulabschluss, und etwa die Hälfte hat eine Berufslehre als Ausbildungsgrundlage vorzuweisen. Häufig sind Abschlüsse als Marketingplaner oder Verkaufsleiter. Auch die Qualifikation Marketingleiter, Verkaufskoordinator oder das Nachdiplomstudium (NDS) in Marketing liegt regelmässig vor.

Der Trend geht dabei hin zum MBA, obwohl es laut Rosset gewisse Übersättigungsanzeichen gibt. Zwei Fünftel aller Probanden mit Weiterbildungsabsicht planen, ein MBA in Marketing zu absolvieren, ein Fünftel strebt den Marketingleiter an. Übrigens übernehmen die Arbeitgeber in einem Drittel der Fälle gegen ein Drittel der Ausbildungskosten. Ein weiteres Drittel leistet einen Beitrag in geringerer Höhe, der Rest nichts. Ähnlich sieht die Aufteilung der für die Weiterbildung aufgewendeten Arbeitszeit aus.

Lohnumfrage der FH Schweiz


Gut stehen auch die von der FH Schweiz in einer Lohnumfrage erfassten Marketing-/Verkaufskräfte da. Mit einem Betriebsökonomieabschluss verdienten sie 2007 einen durchschnittlichen Bruttolohn von 113.800 Franken. Lag ein Abschluss in Ingenieurswissenschaften zugrunde, kommen immerhin 121.800 Franken zusammen.

Schweizerische Lohnstrukturerhebung


Die Schweizerische Lohnstrukturerhebung zeichnet ebenfalls ein ansprechendes Bild. Die Zahlen erfassen die Daten von 46´300 privaten und öffentlichen Unternehmen und Verwaltungen mit insgesamt rund 1,5 Millionen Lohndaten. Der monatliche Medianbruttolohn für Tätigkeiten mit begutachtendem, beratenden und beurkundenden Charakter, zu denen auch Marketingtätigkeiten gerechnet werden, liegt demnach bei vergleichsweise hohen 8’207 Franken. Für besonders anspruchsvolle Aufgaben werden sogar 9.749 Franken gezahlt. Allerdings liegt jeweils ein Viertel der angegebenen Löhne nochmals höher und deutlich im fünfstelligen Bereich.

Nicht so nah an der Sonne sitzen die in der Monster-Gehaltsumfrage erfassten Marketingfachleute. Hier lauten die Saläre auf rund 130.000 Franken für Bereichs- und Hauptabteilungsleiter. Gruppen- oder Projektleiter beziehen mit 95.500 Franken einen "nur" fünfstelligen Lohn. Und ein Trainee startet mit 57.000 Franken ins Marketingleben. Die im regionalen Vergleich höchsten Saläre findet man auch hier in der Deutschschweiz, vor allem im Zürcher Raum und rund um St. Gallen. Doch Angestellte ohne Leitungsfunktion kommen den Angaben zu Folge auf nicht mehr als 76.000 Franken Jahreslohn.

Keine Angaben zu den Verdienstmöglichkeiten gibt es beim Schweizerischen Ausbildungszentrum für Marketing, Werbung und Kommunikation (sawi). Die Bildungsinstitution verweist zurück an die Berufsverbände.

(Alexander Saheb, 2008 / Bild: Stockbyte)