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Die multilinguale Stellenanzeige

Die multilinguale Stellenanzeige


Zunehmend mehr Unternehmen suchen händeringend Fachkräfte jenseits der Schweizer Landesgrenzen. Um die Chancen auf den Top-Kandidaten zu erhöhen, entdecken sie ein neues Instrument – die mehrsprachige Stellenanzeige.

 

 

Von Tatjana Krieger
 
 
Es ist ein Dilemma: Während die südeuropäischen Krisenstaaten mit den Auswirkungen der Schuldenkrise auf die Arbeitsmärkte zu kämpfen haben, werden hierzulande in vielen Branchen die Fachkräfte knapp. Personalfachleute sind deshalb dazu übergegangen, Jobsuchende unter anderem in Spanien, Portugal oder Griechenland anzusprechen. Dort warten aufgrund der hohen Arbeitslosigkeit viele Menschen auf ihren Berufseinstieg. Oft sind sie besser ausgebildet als Arbeitsuchende in der Schweiz, haben einen Hochschul-, Meister- oder Technikerabschluss. Damit verfügen sie über begehrte Schlüsselqualifikationen. Sie sind oft bereit, ihre Heimat zu verlassen. Nachdem die Hürden für die Zuwanderung aus EU- und EFTA-Mitgliedsstaaten dank der Personenfreizügigkeit gefallen sind, gilt es die nächste Barriere zu überwinden – die Sprachbarriere.

Sprachbarrieren überwinden

Viele Stellenanzeigen verwenden entweder einen Begriff aus der Landessprache oder dem Englischen, wenn Sie eine Stelle beschreiben. Bei den Berufsbezeichnungen gibt es zahlreiche Überschneidungen, die gezielte Stichwortsuche wird damit zum Glücksspiel: Ein- und dieselbe Position richtet sich je nach Anzeigentext entweder an einen Sachbearbeiter, an einen Junior Manager, einen Manager oder einen Referenten. Gleichzeitig umfassen einzelne Funktionsnamen ganz unterschiedliche Aufgaben und erfordern andere Kenntnisse.

Um zu verstehen, ob man eher administrativ arbeiten soll oder strategisch, Führungsverantwortung übernimmt oder das Budget kontrolliert, muss man den vollständigen Anzeigentext inklusive des Kleingedruckten intensiv studieren. Spätestens hier steigen viele geeignete Kandidaten aus dem Ausland wegen Verständnisproblemen aus. Die große Frage lautet also: Wie bringt man Angebot und Nachfrage auf dem internationalen Arbeitsmarkt zusammen?

Multilinguale Stellenanzeige: Internationale Kandidatenansprache

Eine Lösung bietet die multilinguale Stellenanzeige. Das Karriereportal Monster hat diesen Trend erkannt und bietet bei der Schaltung von Stellenanzeigen das neue Zusatzprodukt „Multi-Language“ für den Anzeigentyp „Monster Stellenanzeige Employer Branding“ an. Die entsprechende Anzeige erhält standardmäßig bis zu sieben anklickbare Elemente – zum Beispiel kleine Landesflaggen.  Über diese können Kandidaten aus dem Ausland den Anzeigentext in ihrer jeweiligen Wunschsprache abrufen.

Die Multi-Media-Producer von Monster implementieren die interaktiven sowie mobilfähigen Flaggen in eine Employer Branding-Anzeige, sobald der Text in den jeweiligen Sprachen angeliefert wurde. Auf Wunsch bietet Monster auch einen Übersetzungsservice an.

Verständnisblockaden einreißen

Auf diese Weise kann es Unternehmen gelingen, Verständnisblockaden einzureißen und einen Anteil an lebendiger Willkommenskultur zu leisten: Bewerber erkennen auf den ersten Blick, ob die angebotene Stelle auf das eigene Profil passt. Sowohl Jobsuchenden als auch Personalfachleuten, die die Bewerbungen sichten müssen, wird dadurch viel Arbeit erspart.

Recruiting-Profis gehen sogar einen Schritt weiter. Sie berücksichtigen mehr als nur die Muttersprache und rücken bei der Gestaltung der Stellenausschreibung regionale Mentalitätsunterschiede in den Fokus. Arbeitnehmer aus dem Ausland haben mitunter ein anderes Wertesystem als einheimische Jobsuchende. Gerade in Südeuropa zählt die Weltmarktführerschaft innerhalb einer Branche oder der technische Vorsprung eines Produkts manchmal nicht so sehr.

Mentalitätsunterschiede berücksichtigen

Wichtiger sind stattdessen, wie das Kollegenteam gemeinsam funktioniert und ob der Vorgesetzte ein angenehmer Zeitgenosse ist. Um diese Menschen zu erreichen, müssen Firmen, die Personal suchen, Stellenanzeigen anders formulieren. Sie müssen Emotionen ansprechen statt Fakten auflisten und neue Bilder verwenden.

Die Zeit ist jedenfalls reif, die internationale Personalsuche konsequent an der Zielgruppe, auszurichten. Denn der einheimische Arbeitsmarkt ist für eine hoch entwickelte Volkswirtschaft vergleichsweise klein. Zahlreiche Berufsgruppen werden von daher in der Schweiz händeringend gesucht. Dazu gehören vor allem Ingenieure und Informatiker. Doch auch Stellen für medizinisches Personal, Bauführer oder im Maschinenbau können oft lange nicht besetzt werden.

Insgesamt fehlen in der Schweiz rund 10.000 Fachkräfte. Das Wirtschaftsprüfungsunternehmen PwC schätzt, dass der Mangel sich zuspitzen wird. Betroffen sind kleine und mittelständische Betriebe sowie große Konzerne. Drei Viertel aller KMUs in der Schweiz haben bereits jetzt Schwierigkeiten, das passende Personal für offene Stellen zu finden. Dies droht, die wirtschaftliche Entwicklung zu bremsen.

Die multilinguale Stellenanzeige kann gerade dem in Konkurrenz zu den großen, internationalen Konzernen stehenden Mittelstand helfen, den vielleicht entscheidenden Sympathiebonus zu erringen. Junge Europäer in Spanien, Griechenland oder Portugal sind jedenfalls offen für eine berufliche Zukunft im Ausland. Im Jahr 2012 sind 5.900 Menschen aus Spanien und 14.400 aus Portugal in die Schweiz eingewandert. Sie und ihre arbeitssuchenden Landsleute können dazu beitragen, den demografischen Wandel und seine Auswirkungen auf dem Arbeitsmarkt abzufedern – wenn sie die für sie passende Stellenanzeige finden und erkennen. (Bild: Fotokia.com)