Tipps / Rekrutierung & Vergütung / Rekrutierung / International Rekrutieren (5): Arbeitskräfte integrieren

International Rekrutieren (5): Arbeitskräfte integrieren

International Rekrutieren (5): Arbeitskräfte integrieren

Der Arbeitgeber ausländischer Mitarbeitender profitiert von einem reibungslosen Umzug in die Schweiz und einer guten gesellschaftlichen Integration. Ein guter Start in der Schweiz – und langfristig eine gelungene Integration – fördern die Motivation und  Leistungsbereitschaft der neuen Mitarbeitenden ganz entscheidend. Nur wer sich beruflich und privat wohl fühlt, setzt sich auf lange Sicht voll für die Firma ein.

 

 

Als Arbeitgeber hat man mehrere Möglichkeiten, mit wenig Aufwand oftmals entscheidende Unterstützung zu geben. Der Umzug in die Schweiz wird in der Regel von einer Spedition aus dem Ursprungsland unter Kostenübernahme des Schweizer Arbeitgebers erledigt. Allenfalls kann man als Arbeitgeber dem neuen Mitarbeitenden eine Schweizer Spedition aus der Region empfehlen, die sich auf internationale Umzüge spezialisiert hat. Für den in die Schweiz Zuziehenden wichtige Infos zur Verzollung des Umzugsgutes – auch eines mitgebrachten privaten Fahrzeuges – finden sich auf den Webseiten der Eidgenössischen Zollverwaltung.

Hilfe bei der Wohnungssuche

Auch bei der Wohnungssuche kann man dem neuen Mitarbeitenden einige Steine aus dem Weg räumen. Mindestens schickt man ihm die Links zu den grossen Schweizer Immobilienmarktplätzen per Mail, wenn die Kosten für die Wohnungssuche nicht vom Arbeitgeber übernommen werden. Das geschieht dann oft im Rahmen eines Relocation-Auftrages. Auf Relocation spezialisierte Anbieter erledigen für den neuen Mitarbeitenden nahezu alle Aktivitäten, die mit dem Umzug zusammenhängen.

Das startet mit einer Orientierungstour am neuen Wohnort, umfasst die Suche einer temporären und anschliessenden dauerhaften Unterkunft und reicht bis zur Anmeldung am neuen Wohnort oder der Suche eine Kinderkrippe für den Nachwuchs. Eine Liste von Kinderkrippen, Kindergärten oder Schulen am Ort kann ein Arbeitgeber natürlich auch selbst erstellen – Familien sind dafür dankbar.

Den Start am Arbeitsplatz ansprechend gestalten

Nun steht der erste Arbeitstag an. Das ist eine weitere Chance, den Start des neuen Mitarbeitenden in der Schweiz positiv zu gestalten. Ein gutes Betriebsklima ist dabei der erste Schritt. Ein Willkommensapero bietet der Belegschaft oder Team den richtigen Rahmen, um den "Neuen" in kennen zu lernen. Ein ausländischer Mitarbeiter wird sich auf Dauer aber nur in einem Unternehmen wohl fühlen, in dem ein respektvoller Umgangston herrscht und in dem auch seine kulturellen Eigenarten respektiert werden. So lassen sich Konfliktpotenziale von Anfang an entschärfen. Die gelungene Entwicklung multikultureller Teams und das Diversity-Management sind heute alltägliche Anforderungen an die Personalabteilung.

Kantonale Integrationsstellen bieten zahlreiche Informationen

Auch öffentliche, meist kantonale Stellen spielen eine wichtige Rolle. So fördert etwa der Kanton Basel Stadt die Integration fremdsprachiger Mitarbeitender durch eine Auswahl an verschiedenen Deutsch- und Integrationskursen. Dort kann sich der neue Mitarbeitende über das Schweizer Mietrecht und die Sozialversicherungen ebenso informieren wie über den "Umgang mit der Schweizer Mentalität", wie es in einem Merkblatt von Gewerbeverband Basel Stadt und der Handelskammer beider Basel heisst.

Ein ähnliches Angebot findet sich aber auch in Zürich: "In einem abwechslungsreichen und unterhaltsamen Abendprogramm werden Neuankömmlinge im Kanton mit den wichtigsten Zürcher Regeln und Besonderheiten vertraut gemacht", heisst es bei der Fachstelle für Integrationsfragen.

Integration – seit vielen Jahren ein Dauerbrenner für Arbeitgeber

Die gewerkschaftliche Dachorganisation Travail Suisse hat bereits 2004 einen Ratgeber zum Thema der Integration ausländischer Mitarbeitender publiziert. Dieser richtet sich gezielt an die verantwortlichen im Personalwesen. Dort wird ganz besonders die Bedeutung von Sprachkenntnissen betont. Wenn die Ortssprache nicht beherrscht wird, drohen negative Folgen. Es entstehen Missverständnisse, die zu Fehlern und Unfällen am Arbeitsplatz führen können. Fehlende Sprachkenntnisse bieten auch Boden für diskriminierenden Spott, ausserdem fördern sie die Absonderung von ethnischen Gruppen.

Für ausländische Mitarbeitende sind ferner fundierte Informationen über den Arbeitsplatz und dessen Umfeld wichtig. Empfehlenswert ist beispielsweise ein Infoset, welches Arbeitsvertrag, Personalreglement und einen genauen Arbeitsplatzbeschrieb enthält. Darüber hinaus könnten noch wichtige Regeln des Arbeitsrechtes und der Sozialversicherungen beigelegt werden.

Travail Suisse regt auch die Einführung von Patenschaftem im Unternehmen an. Dabei sollen bereits gut integrierte Migranten die neuen Mitarbeitenden in ihre Obhut nehmen und als formloser Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Diese Paten sollen gut in den Betrieb integriert sein, Ursprungs- und Ortssprache gut kennen und sich auch in den Schweizer Institutionen und Rechtslage auskennen.

Kontakt zu Landsleuten – ein Stück Heimat in der Schweiz

Schliesslich kann man als Arbeitgeber dem neuen Mitarbeitenden auch helfen, Kontakt mit Landsleuten aufzunehmen. In der Schweiz existieren nämlich zahlreiche Communities ausländischer Menschen. In den grösseren Städten sind diese oft sehr gut organisiert und es gibt regelmässige Treffen und Veranstaltungen. Zwei Beispiele mögen das Forum "hallo-Schweiz.ch" für deutschsprachige oder das "englishforum.ch" für englischsprachige Personen sein.

(Alexander Saheb, 2011 / Bild: Franz Pflügl)


Interessante Links


Verzollung von Umzugsgut: FAQ der Zollverwaltung
http://www.ezv.admin.ch/zollinfo_privat/zu_beachten/00352/02332/index.html?lang=de

Integrationsangebote der Basler Kantone:
http://www.integration-bsbl.ch/index.php?id=23

das Zürcher Pendant:
http://www.integration.zh.ch/internet/justiz_inneres/integration/de/welcome/Begruessung_information1.html

Für andere Kantone: "Integrationsangebote 'Kantonsname'" googeln

Die Broschüre "Bessere Integration von ausländischen Arbeitnehmerinnen am Arbeitsplatz" kann via der Webseite von Travail Suisse heruntergeladen werden.
http://www.travailsuisse.ch/de/node/1117

 

Mehr aus unserer Reihe "International Rekrutieren"


Fachkräftemangel, War for Talents, Rekrutieren im AuslandFachkräftemangel
Für die Wirtschaft ist der Fachkräftemangel ein wichtiges Thema. Mittlerweile wird immer stärker im Ausland rekrutiert, da der Bedarf an Arbeitskräften das inländische Angebot regelmässig übersteigt. Mehr…


Hilfe aus dem Ausland
Gleich mehrere Wirtschaftsbranchen sind stark auf ausländische Arbeits- und Fachkräfte angewiesen. Teils stellen Ausländer gar die Mehrheit der Beschäftigten.
Mehr…

Keine Schranken in der EU
Wenn ein Schweizer Unternehmen ausländische Arbeitskräfte beschäftigten möchte, kommt der Rekrutierungs-Aufwand auf die Herkunftsländer an. Für Arbeitnehmer aus der EU und EFTA gelten völlig andere Richtlinien als für Jobanwärter aus anderen Ländern. Mehr…


Arbeitskräfte aus Drittstaaten
Für Menschen aus Drittstaaten gilt ein rigoroses Auslese- und Beschränkungssystem, das für den Arbeitgeber mit einem hohen Aufwand verbunden ist. Mehr…

Arbeitskräfte integrieren
Ein guter Start in der Schweiz – und langfristig eine gelungene Integration – fördern die Motivation und  Leistungsbereitschaft der neuen Mitarbeitenden ganz entscheidend. Mehr…



Werbungsgestaltung
Die Schweiz hat im ein attraktives Image. Davon profitieren Firmen, die im Ausland rekrutieren möchten. Passende Kandidaten müssen trotzdem angesprochen und überzeugt werden. Mehr…