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Facebooks neues Gesicht

Timeline bei Facebook

Facebooks neues Gesicht


Facebook, Social Media Networking, Timeline, Chronik, Web 2.0, Employer BrandingFacebook hat ein neues Design. Die wesentlichen Neuerungen sind ein großes Titelbild und eine Chronik, in der einzelne Einträge entlang einem Zeitstrahl geordnet werden können. Wir sagen Ihnen, wie Sie als Unternehmen davon profitieren können.

 

 

Von Peter Ilg

Der Aufschrei unter den Usern war gewaltig und Datenschützer befürchteten den gläsernen Bürger, als Facebook ankündigte, eine Timeline einzuführen. Das Tagebuch des eigenen Lebens solle die neue Chronik von Facebook werden. Im Idealfall, so Unternehmensgründer Marc Zuckerberg, "erzählt die Chronik die ganze Geschichte eines Lebens auf einer Seite". Weil Rubriken wie ‚neues Kind’, ‚Gewichtsverlust’ oder ‚erster Kuss’ eingeführt wurden, befürchten Datenschützer jedoch eine Steigerung des sozialen Drucks, Angaben einzustellen, die sie vorher nicht veröffentlicht hätten.

Die Chronik eines ganzen Lebens

Ein Facebook-Profil lässt sich mit einer öffentlichen Pinnwand vergleichen, an der – bislang unsortiert – alle Aktivitäten des Nutzers protokolliert sind. Neue Freundschaften, Fotos oder Verlinkungen, zum Beispiel. Im neuen Facebook-Design erscheint nun rechts oben auf dem Pfeil eine Zeitleiste, auf der mit der Maus bestimmt Jahre ausgewählt werden können. Daraufhin erscheinen die Aktivitäten des Jahres. Zudem können Fotos oder Texte rückwirkend, bis zum Geburtsjahr des Users, eingefügt werden. Wer will, kann sein Leben lückenlos bei Facebook dokumentieren.

Die Befürchtungen der Datenschützer sind deshalb durchaus berechtigt. Aber:  "Auch mit der Chronik bestimmt allein der User, welche Informationen er über sich preis gibt", sagt Jan Kirchner. Er ist Mitbegründer und kaufmännischer Geschäftsführer von atenta, einer Agentur in Hamburg, die Social-Media-Strategien fürs Employer Branding, Marketing und Recruting von Unternehmen entwickelt. Zudem lassen sich einzelne oder alle Pinnwandeinträge für bestimmte Nutzer sperren, oder sie ganz von der Pinnwand entfernen. Das war vorher schon so und wird auch im neuen Design weitergeführt.

Viel Aufregung um nichts, zumal Facebook Ende März 2012 alle Seiten auf das neue Design umgestellt hat? "Was die Kritiken betrifft, ja. Beim Auftritt, nein", sagt Kirchner. Denn das neue Design biete nun optisch viel mehr Gestaltungsspielraum als das alte – und bekanntlich sagt ein Bild viel mehr als tausend Worte.

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte

Die auffälligste Neuerung ist das Chronik-Titelbild. Es reicht quer über das ganze Profil. Kirchner bezeichnet das Bild als "Wohnungstür der User". Und wer als Gast eine Wohnung betritt, sollte sich den Hausregeln anpassen, rät Kirchner. Aus Sicht des Personalrecruitings sind Unternehmen bei Facebook, weil sie in Kontakt kommen wollen mit potenziellen Mitarbeitern.

Im Idealfall posten sie etwa alle zwei Tage eine Info mit Bild: der Chef hat bei der Hitze ein Eis spendiert, oder der Azubi seine Prüfung bestanden. "So entsteht im Laufe der Zeit aus vielen Mosaiksteinen ein Bild über das Unternehmen beim Leser", sagt Kirchner.

Das Profilbanner: Per Bildsprache punkten

Über die Fotos und Einträge werden Unternehmenskultur und Arbeitsklima transportiert. Durch den Zeitstrahl kann eine Firma nun auch rückwirkend ihre Geschichte dokumentieren. Das ist nach Meinung von Kirchner der eine Vorteil der Timeline für Unternehmen.

Den anderen bietet das große Titelbild: "Das Profilbanner bietet Unternehmen die Möglichkeit, Erstbesucher der Fanpage über eine emotionsgeladene und authentische Bildsprache auf das Unternehmen neugierig zu machen. Diese Neugier kann dann mithilfe von Image- und Jobbörsen-Apps im Menübereich unterhalb des Banners genutzt werden, um Stelleinangebote zu kommunizieren und das Unternehmen als Arbeitgebermarke zu positionieren", so Kirchner.

Der direkte Dialog mit dem User

Der große Vorteil einer Facebook Karriere-Seite, die Unternehmen fürs Personalmarketing nutzen, ist im Vergleich zur Karriere-Website des Unternehmens, die Möglichkeit des direkten Dialogs. "Auf diese Weise können sich Unternehmen und Bewerber kennen lernen und schon im Vorfeld herausfinden, ob sie zusammen passen", sagt Henner Knabenreich.
Doch die Kommunikation müsse abwechslungsreich sein und dem Medium entsprechen. Daher empfiehlt der Berater in Sachen Online- und Social Media-Personalmarketing Arbeitgebern regelmäßig neue Bilder zu platzieren und Texte zu posten, die den Nerv der Zielgruppe treffen und zur Interaktion animieren. "In der Timeline sieht der User sofort, wie aktiv ein Unternehmen auf Facebook ist und ob es sein Engagement ernsthaft betreibt." Und nur wenn es Inhalte mit Mehrwert gibt, wird er auf die Seite zurückkehren.

Wie wichtig Facebook-User für Unternehmen sind, zeigt eine Umfrage des High-Tech-Branchenverbands Bitkom. Danach ist Facebook das am häufigsten genutzte soziale Netzwerk. Fast jeder zweite Internetnutzer in Deutschland ist dort aktiv.

(Foto: Istockphoto)



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