Soft Skills: Kreativität und Innovationsfähigkeit

Soft Skills: Kreativität und Innovationsfähigkeit

Der Kreative unterscheidet sich vom Nicht-Kreativen dadurch, dass er neue Ideen auf Knopfdruck abrufen kann. Er sprüht vor Ideen, findet ungewöhnliche Lösungen auf gewöhnliche Fragen und bringt so die Entwicklung eines Unternehmens voran.





Kreativität im Beruf ist in fast allen Branchen ein Muss - schließlich setzen Firmenlenker auf Innovation. Sie erwarten von ihren Mitarbeitern, dass sie die Dienstleistungen, Produkte und Strategien ihrer Firma nicht nur aufrechterhalten, sondern auch mit neuen Ideen aufwarten. Denn die Konkurrenz schläft nicht. Umso wichtiger sind gute Vorschläge, um im Kampf um Absatzmärkte und Kunden mithalten zu können.

Aber selbst, wer sich für ganz und gar unkreativ hält, muss nicht verzweifeln. Jeder verfügt über ein Potenzial an Kreativität, aber nicht jeder hat den gleichen Zugang zu seinen Fähigkeiten. Doch das lässt sich ändern. Man muss nur die Phasen kennen, in die sich ein kreativer Prozess im Allgemeinen unterteilt:

  • Problemerkennung
  • Problemanalyse
  • Problemformulierung und Neuformulierung
  • Spontanideen (Illumination)
  • Lösungserarbeitung (Elaboration)

Problemanalyse und -formulierung

Ist ein Problem oder eine Aufgabenstellung erkannt und benannt, folgt die Analyse, in der beispielsweise die langfristige Bedeutung des bestehenden Problems und dessen Auswirkung auf betriebsinterne Vorgänge umrissen werden. Die Analyse fordert die erste gedankliche oder praktische Auseinandersetzung mit der Aufgabe.

Das wiederum führt zur Problemformulierung. Wurde das Problem bereits von einem Kollegen oder einer Arbeitsgruppe vorformuliert, spricht man von Neuformulierung. Die Neuformulierung bringt die Aufgabe mit den Worten und dem Wissen derjenigen auf den Punkt, die sie lösen sollen. Grundsätzlich ist bei vorgegebenen Problemstellungen eine Neuformulierung immer empfehlenswert, da sie für ein besseres Verständnis sorgt. Denn: Die eigenen Formulierungen sind in der Regel leichter nachzuvollziehen als die anderer.

Den Kopf frei machen

Es folgt die Inkubationsphase, in der sich die Kollegen geistig von der Aufgabenstellung lösen - das kann während einer Kaffeepause sein, aber auch auf dem Weg nach Hause. Das Problem rückt für einige Zeit in den Hintergrund und die Aufmerksamkeit gilt anderen Dingen. In der Regel machen Ablenkung, neue Eindrücke und Reize den Kopf frei.

Die Inkubationsphase ist daher nicht zu unterschätzen - in dieser Zeit findet der kreative Prozess statt, der die wichtigsten Spontanideen hervorbringt. Denn das Unterbewusstsein arbeitet auch während der "Denkpause" weiter. Das Ergebnis sind Spontanideen, die schon nahe an der idealen Lösung sein können. Zumindest bieten sie in der Regel eine gute Ausgangsposition, um weiterentwickelt zu werden.

Elaboration: Ideen auf dem Prüfstand

Spontanideen müssen festgehalten werden. Machen Sie einen kleinen Notizblock zu ihrem ständigen Begleiter und halten Sie Ihre Einfälle, die Ihnen beispielsweise beim Spazierengehen, beim Warten auf die U-Bahn oder am Abend nach dem zweiten Glas Rotwein durch den Kopf schießen, fest. Gleiches gilt für Kreativitätssitzungen während der Arbeit.

Ob eine Idee letztlich zur Lösung eines Problems beitragen kann und aufgegriffen wird, wird erst entschieden, nachdem die Einfälle analysiert und geprüft wurden - entweder einzeln oder in der Gruppe. Das geschieht während der Elaboration, in der die Spontanideen aber nicht nur geprüft, sondern auch gegebenenfalls weiterentwickelt und veranschaulicht werden. Es ist auch möglich, mehrere Ideen miteinander zu kombinieren, um die beste Lösung zu erhalten.

(Caroline L�demann, CoachAcademy 2006 / Bild: Photo Alto)



Carolin Lüdemann
ist Juristin und ausgebildeter Business-Coach.
Sie ist Gesellschafterin der Perspektive GmbH/CoachAcademy
und coacht und trainiert Nachwuchsführungskräfte
im Bereich der Schlüsselqualifikationen.