Karriere im Versicherungswesen

Karriere im Versicherungswesen

Die Versicherungsbranche boomt, und die Unternehmen bieten für Auszubildende und Absolventen gute Ein- und Aufstiegs-Möglichkeiten. Karrieren sind vom Controlling über IT bis zur Beratung möglich. [06.09.2007]




Sobald junge Leute die Sekundarschule abgeschlossen haben, interessieren sich viele für eine Ausbildung in der Versicherungsbranche. Dies tun sie auch deshalb, weil sie sich später weitere Chancen in Kanzleien, Beratungen oder Verwaltung ausrechnen können. Derzeit ist die Situation der Lehrlinge entgegen des Booms in der Versicherungsbranche leicht getrübt. Die Zahl der Auszubildenden ging mit minus vier Prozent gegenüber 2006 zurück.

Ausbildung im Versicherungswesen wird neu organisiert

Zurückzuführen ist das etwa auf strukturelle und organisatorische Anpassungen in den verschiedenen Versicherungsgesellschaften - darunter diverse Fusionen. Ferner steht mit neuen Ausbildungsvorschriften die Neuordnung der Grundausbildung auf dem Programm. Dies soll zu einer noch besseren Ausbildungsqualität führen und die Attraktivität des Eidgenössischen Fachausweises erhöhen.

Im Normalfall erhalten die Lehrlinge nach drei Jahren Ausbildung diesen Fachausweis. Im Laufe dieser Zeit werden Karrierewege und die dazugehörende Weiterbildung laufend zwischen dem Auszubildenden und dem Arbeitgeber besprochen. Die meisten Versicherer legen Wert darauf, dass ein grosser Teil der Ausgebildeten nach Beendigung der Lehrzeit noch eine Zeitlang im Unternehmen bleibt.

Viele Karrierewege nach der Ausbildung

Mit dem Abschluss der Lehre können je nach Eignung unterschiedliche Karrierestufen erklommen werden. Dies sind etwa Kundenberater im Innen- oder Aussendienst, Junior-Kundenberater, Controller, Operationsmanager bis hin zu Karrieren ausserhalb der typischen Versicherer-Geschäfte wie Informatik, Personalwesen oder Pensionskassenberater.

Umworbene Hochschulabsolventen

Im Versicherungswesen haben auch Hochschulabsolventen derzeit gute Berufs-Chancen. Schon lange ist das Studium der Betriebswirtschaft nicht mehr allein selig machend als Voraussetzung für eine Versicherungskarriere.

Die meisten Versicherer bieten Traineeprogramme an, wie etwa die Zurich Financial Services Group. Das Unternehmen startet jeweils im September ein einjähriges Global Associate Program, das sich an Absolventen der wirtschaftswissenschaftlichen wie auch der naturwissenschaftlichen, juristischen, mathematischen und IT-Studiengänge richtet. Der akademische Nachwuchs wird von einem persönlichen Mentor begleitet. Gefordert sind gute Deutsch- und Englischkenntnisse, analytisches Denkvermögen, Flexibilität und Teamgeist.

Accenture, Swisscom und ABB suchen Personal

Wer beim weltweit grössten Technologieberater Accenture als Berater Versicherungswirtschaft anheuert, sollte nicht nur ein Top-Absolvent, sondern auch ein zuverlässiger Geschäftspartner für Kunden sein, was den Anspruch an die soziale Kompetenz steigert. Swisscom richtet ihr Augenmerk ebenfalls auf alle möglichen akademischen Abschlüsse, um die Bewerber dann zum Beispiel im Controlling, Finanzen, IT, Marketing und Projektmanagement einzusetzen.

Auch ABB könnte für Hochschulabsolventen interessant sein, die nicht nur einen wirtschaftswissenschaftlichen oder Informatik-Abschluss aufweisen, sondern eine Vertiefung in Finance und Versicherung ausweisen: als Controller oder Capital Efficiency Manager. Auch die Schweizer Bundesverwaltung meldete am Absolventenkongress Bedarf für 300 bis 400 Absolventen an, darunter für Controlling/Rechnungswesen, Steuern/Versicherungen, Finanzen und Beratung.

Versicherungsspezifische Studiengänge

Wer speziell nach versicherungsspezifischen Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten sucht, ist mit der Höheren Fachschule für Bank und Finanz (HFBF) gut beraten. Diese wurde 2006 gegründet startet Ende September 2007 erstmals mit den Lehrgängen für die Höhere Fachschule für Versicherung. Diese werden exklusiv von AKAD Business angeboten. Die HFBF richtet sich an junge Erwachsene, um ihnen bedarfsgerechte Ausbildung mit gesamtschweizerischen Ausbildungsstandards als Alternative zur Hochschule anzubieten.

Aber auch die Fachhochschulen spielen eine wichtige Rolle in der Weiterbildung, im berufsbegleitenden Bereich mit unterschiedlichen Vertiefungen, wie Controlling. Die Universitäten spezialisieren sich jedoch vor allem auf Masterstudiengänge mit höheren Einstiegsvoraussetzungen.

Mehr Frauen in der Versicherungswirtschaft

Mit einer exzellenten Ausbildung steigen auch die Karriere-Chancen von Frauen, die von der Privatassekuranz stark umworben werden. Der Frauenanteil stieg - auch auf Direktionsebene - von 9,2 Prozent im Jahr 2006 auf 10,3 Prozent 2007. Der Versicherungsverkauf hingegen bleibt weitgehend eine Männerdomäne, wo nur 7,9 Prozent Frauen mitmischen. Im Aussendienst arbeiten zudem viele Quereinsteiger, die ursprünglich zwar eine Lehre abgeschlossen haben, aber in anderen Branchen, vom Foto- bis zum Autohandel, als erfolgreiche Verkäufer gearbeitet haben.

(Helga Wienröder / Bild: Photo Alto)



Weiterführende Informationen:

Hochschule St. Gallen
www.es.unisg.ch/management-seminare

Fachhochschulen Aargau
www.if-finance.ch

FHS St. Gallen
www.fhsg.ch/emba

Private Anbieter

Fachschule Bank und Finanz HFBF
www.akad.ch/banking+finance

IFZ Institut für Finanzdienstleistungen Zug
www.hsw.fhz.ch