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Chinesisch lernen für die Karriere

Chinesisch lernen für die Karriere

Chinesisch lernen für die Karriere


Chinesisch lernen für die Karriere Headhunter sprechen schon davon, dass Chinesisch in die Sprachen Französisch oder Spanisch an Bedeutung überholen werde. Das mag übertrieben sein. Doch wie wichtig ist Chinesisch für die Karriere?



Von Susanne Wagner

"Es gibt zwei Gruppen, die sich dazu entschliessen, Chinesisch zu lernen. Die einen bereiten sich auf eine Reise nach China vor und wollen im Restaurant richtig bestellen können. Die andern sind Geschäftsleute, die Chinesisch für den Beruf brauchen", sagt Angelika Wishart, Leiterin Sprachen an der Klubschule Migros Basel.

Wie schwer ist Chinesisch?

Man könne von einem Chinesischboom sprechen: "Bis vor kurzem haben wir nur zwei Chinesischkurse angeboten, heute sind es zwölf Kurse in verschiedenen Schwierigkeitsgraden parallel." Zurzeit laufen zudem zwei Sommer-Intensivkurse in Chinesisch, die jeweils ausgebucht sind. Anders als in anderen Sprachkursen mit hohem Frauenanteil hält sich bei den Chinesischlernenden der Anteil an Männern und Frauen etwa die Waage.

Ist es für Europäer überhaupt realistisch, diese schwierige Sprache mit einer ganz andern Syntax hier in der Schweiz zu lernen? Zumal die Schriftzeichen ungewohnt sind, man sich an keiner zuvor gelernten Sprache festhalten kann und vier unterschiedliche Töne den chinesischen Silben jeweils eine andere Bedeutung verleihen. Natürlich gebe es immer wieder Lernende, die nach ein paar Kursen aufhören, räumt Angelika Wishart ein. Aber das sei auch bei Englisch- oder Französischkursen der Fall.

Pluspunkt im Lebenslauf

"Chinesisch ist sicher viel schwieriger als beispielsweise Italienisch. Wenn man dranbleibt, ist es jedoch realistisch, nach zwei Jahren eine einfache Konversation zu führen. Viele fahren auch ein oder mehrere Male nach China", so Angelika Wishart. Im fortgeschrittensten Chinesischkurs der Basler Klubschule sprechen die sieben Teilnehmenden, die sieben Jahre drangeblieben sind, die Sprache bereits fliessend. Gelehrt wird übrigens eine Hochsprache, die in der Volksrepublik China Putonghua genannt wird; Mandarin ist die hierzulande gebräuchliche, aber veraltetete Bezeichnung dafür.

Chinesisch mehr oder weniger zu beherrschen ist auf jeden Fall ein Pluspunkt im Lebenslauf. Besonders hilfreich sind die Sprachkenntnisse für Expatriots, die längere Zeit in China leben. Es wird leichter, Kontakte mit Einheimischen zu knüpfen. Das Risiko der sozialen Isolierung im neuen Land wird gemindert.

Chinesisch wird kaum ausdrücklich verlangt

Von Arbeitgeber werden Kenntnisse in Chinesisch jedoch kaum ausdrücklich verlangt. "Für Mitarbeitende, deren Tätigkeit sich stark auf China konzentrieren, sind Kenntnisse der chinesischen Sprache sicher ein Plus", erklärt Melanie Nyfeler von der Medienstelle ABB Schweiz. Der Konzern beschäftigt rund 12.000 Mitarbeitende in China. Aus der Schweiz arbeiten zurzeit 19 Expatriots für ABB in China.

Von ihnen wird jedoch nicht gefordert, dass sie perfekt Chinesisch sprechen: "Die Mitarbeitenden, die einige Wochen in China vor Ort arbeiten, verständigen sich meist auf Englisch und werden von ABB-Mitarbeitenden aus der chinesischen Landesgesellschaft unterstützt." Für Mitarbeiter, die zwei und mehr Jahre in China bleiben, bietet ABB die Möglichkeit, die Landessprache bis zu einem gewissen Niveau zu lernen. Melanie Nyfeler: "Dies wird immer wieder genutzt und kann die Zusammenarbeit mit ABB-internen und externen Partnern erleichtern."

Der Markt wächst

Ähnlich klingt es bei anderen international tätigen Schweizer Unternehmungen "Die offizielle Businesssprache von Nestlé ist Englisch", teilt ein Nestlé-Pressesprecher mit. Der Konzern beschäftigt insgesamt 14.000 Menschen in China, davon sind 71 Expatriots. Für sie seien Kenntnisse in Chinesisch sicher ein Vorteil, aber sie haben keinen grossen Einfluss auf die Karriere, da die Sitzungen in der Regel auf Englisch geführt werden.

"Der chinesische Markt wächst, und China ist wichtiger geworden in den letzten Jahren", bestätigt Alexander Klauser, Mediensprecher bei der Firma Roche. Der Konzern war das erste Pharmaunternehmen weltweit, das in China, in Shanghai, ein Forschungszentrum eröffnete. Einerseits sei es immer Vorteil, wenn man eine Sprache beherrscht. Andererseits würden wichtige Verhandlungen in der Regel mit chinesischen Übersetzern geführt. "Sprachkenntnisse in Chinesisch gehören deshalb eher selten zu den ausschlaggebenden Punkten, wenn sich ein Kandidat bewirbt."

Sprachaufenthalte möglich

Manche sind von der chinesischen Sprache jedoch so fasziniert, dass sie ihre Kenntnisse im Land vertiefen wollen. Die meisten Lernwilligen, die bei Hermosa Sprachaufenthalte in St. Gallen einen Sprachkurs in China buchen, sind zwischen 25 und 40 Jahre alt. "Es sind in der Regel Leute, die bereits erste Sprachkenntnisse haben. Viele davon arbeiten im Aussendienst und sind für Firmen tätig, die eine Filiale in China haben. Sie bleiben zwischen vier und acht Wochen im Land", erklärt Kundenberaterin Lucia Podolsky.

Im Angebot sind Sprachaufenthalte in Peking und Shanghai, wo die Lernenden bei einer Gastfamilie, in einer Gemeinschaftswohnung oder in einem Appartement leben. Lucia Podolsky: "Der Aufenthalt bei einer chinesischen Gastfamilie lohnt sich vor allem für Leute, die bereits etwas Chinesisch können."

(Bild: Yeti, Fotolia.com)

Weitere Informationen

Anbieter von Sprachkursen
www.ausbildung-weiterbildung.ch/chinesisch-info.html
www.ef-swiss.ch

Sprachaufenthalte in China
www.hermosa.ch
www.esl.ch
www.prolinguis.ch
www.boalingua.ch
www.dong.ch


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