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So schützen Sie Ihren guten Ruf im Internet

So schützen Sie Ihren guten Ruf im Internet

So schützen Sie Ihren guten Ruf im Internet

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Hauptsache, dabei sein? Nein: Wer sich auf virtuellen Plattformen wie Facebook, Twitter oder Xing präsentiert, sollte auf die Qualität seiner Beiträge achten. Tipps für eine einwandfreie Online-Reputation.



Bekanntschaften schliessen, Bilder ins Netz stellen, aktuelle Befindlichkeiten "posten", über Job und Liebesleben plaudern: Virtuelle Plattformen boomen. Allein Facebook hat weltweit mehr als 500 Millionen Nutzerinnen und Nutzer. Laut diverser Studien über das Mitmachweb präsentieren sich Jugendliche offenherziger als Menschen ab dreissig Jahren. Diese sind vorsichtiger, wenn es darum geht, Intimes und Vertrauliches preiszugeben.

Digitale Image und elektronischer Leumund

Und das aus gutem Grund: Wer Beiträge verfasst in Blogs, Chats und Foren, und wer mitmacht bei Plattformen wie Facebook, hat ein "digitales Image und einen elektronischen Leumund", sagt Jurist Wolfgang Seger, zu dessen Spezialgebiet das Internetrecht gehört. 

Selbst wer sich kaum schert ums digitale Geschehen, muss damit rechnen, dass Informationen über seine Person im Internet zu finden sind – auf Plattformen, wo die Grenzen zwischen Privatvergnügen und Berufsleben schnell verwischt sind. 

Schweizer Datenschutzbeauftragter: Viel  Personalmanager recherchieren Bewerber im Internet

Und das kann zum Nachteil werden: Nach Schätzungen des schweizerischen Datenschutzbeauftragten nutzen heute zwei Drittel der Personalmanager das Internet, um Informationen über Bewerberinnen und Bewerber zu sammeln.

Doch dies ist kein Grund, das Internet als Bedrohung wahrzunehmen. Im Gegenteil. Schliesslich kann man es zu den eigenen Gunsten nutzen, indem man die Aufmerksamkeit auf das lenkt, was einen guten Eindruck hinterlässt, sagt Kommunikationsberater und Buchautor Klaus Eck. Die oberste Regel dazu ist einfach: Nur veröffentlichen, was man auch im richtigen Leben von sich geben oder zeigen würde.

Und wer nicht dabei ist, verliert den Anschluss? Nicht zwingend. "Wem diese Form der Kommunikation nicht liegt und wer keine Freude daran hat, sollte es lassen", sagt Daniel Jörg, Crossmedia-Leiter bei Burston-Marsteller. Sich nur anzumelden, um Präsenz zu markieren, bringe nichts. Wer sich ein positives Image im Web aufbauen wolle, müsse aktiv mitmachen und auf gute Qualität achten bei dem, was er veröffentlicht.

Wie Sie Ihr digitales Image pflegen

"Die Online-Reputation ist das Bild einer Person, das sich aus den Informationen im Internet ergibt", erläutert Kommunikationsberater Karsten Füllhaas. Massgeblich seien vor allem die ersten zehn bis zwanzig Treffer der Suchmaschinen. Der erste Schritt heisst deshalb: Ego-Googeln! 

Herausfinden, was über Sie im Netz steht

Wer wissen will, wie es um seinen digitalen Leumund steht, sollte herausfinden, was über ihn im Netz kursiert. Dazu Vor- und Nachname bei Google, MSN und Yahoo eingeben. Und seinen Namen mit dem seines Arbeitgebers, seines Berufs, seines Wohnorts kombinieren. Und auch mal bei www.yasni.com oder www.123people.ch reinschauen: Hier finden sich kompakte Profile einzelner Personen, zusammengestellt aus allen im Netz verfügbaren Infos. 

Werden Sie Ihre eigene PR-Agentur, und nehmen Sie Einfluss darauf, was über Sie im Netz zu finden ist. Sorgen Sie dafür, dass die ersten Seiten der Suchmaschinen mit positiven Inhalten gefüllt sind. Relativ hoch gelistet bei Google, Yahoo oder MSN sind Plattformen wie Xing oder Facebook. 

Wenn Sie hier regelmässig Texte, Videos oder Fotos austauschen, haben Sie gute Chancen, damit die relevanten Plätze zu belegen. Und Unvorteilhaftes nach hinten zu verbannen, auf die Seiten also, auf die kaum einer schaut. 

Positive Inhalte schaffen

Positive Inhalte schaffen Sie sich auch mit Beiträgen in Blogs (etwa auf www.blogger.com oder www.wordpress.com) oder mit der eigenen Homepage – sofern sie professionell gestaltet ist. Ebenso mit Fachartikeln auf speziellen Portalen wie www.brainguide.ch.

Halten Sie die Einträge immer aktuell. Wenn Sie bloggen oder sich an Fachdiskussionen beteiligen, müssen Sie pro Tag bis zu einer Stunde investieren. Setzen Sie daher Prioritäten, und pflegen Sie nur wenige Portale.

Das sollten Sie vermeiden

Einen Fauxpas aus dem Internet wieder zu entfernen, kann zur nervenaufreibenden Angelegenheit werden. Vermeiden Sie daher alles, was zum Nachteil werden könnte:

- Anzüglichkeiten und Doppeldeutigkeiten, Behauptungen und Beschimpfungen, Rassismus und Sexismus, Verleumdungen und Lügen.

- Offenherzige Fotos ins Netz stellen

- Bleiben Sie ehrlich, und geben Sie sich nicht als jemand aus, der Sie nicht sind.

- Schränken Sie auf Plattformen wie Facebook die Zugriffsrechte auf Ihre Daten ein und verwenden Sie sichere Passwörter, damit Unbefugte nicht in Ihrem Namen auftreten können.

- Wer Kompromittierendes über sich findet: Betreiber der Plattform eruieren, Löschung verlangen. Nützt das nichts: Alle Beweise ausdrucken, einen Anwalt nehmen, Strafanzeige erstatten.

(Vera Sohmer, 2010 / Bild: Udo Kroener, Fotolia.com)